Befreiung und Heilung nach vielen Jahren (Originalfassung)

Vor etwa 5 ½ Jahren ging es mir plötzlich so schlecht, dass ich meine Wohnung kaum noch verlassen konnte. Ein Ärztemarathon brachte mich nicht weiter. Für keins meiner Symptome gab es eine Erklärung. Oft hatte ich starke Schmerzen, so dass ich mich kaum bewegen konnte, dazu kamen Atemprobleme, Schwindel, Augenprobleme, Schwäche, Migräneanfälle, Zahn- und Kieferschmerzen (17 Zahnarztbehandlungen konnten daran nichts ändern) und ständig weitere Symptome, die sich abwechselten, aber immer so stark waren, dass sie mich oft komplett ausschalteten. Über sechs Monate hatte ich täglich mehrmals am Tag Wehen, so als wäre ich mitten in einer Geburt, aber auch da konnte mir niemand helfen und ich musste es einfach aushalten. Irgendwann war es mir nicht mehr möglich, rauszugehen und das war dann für die Ärzte der Zeitpunkt, meine Beschwerden mit Agoraphobie abzutun. Nach und nach kamen dann auch noch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hinzu, so dass ich irgendwann fast gar nichts mehr zu mir nehmen konnte. Doch ich kämpfte Tag für Tag weiter ums Überleben, denn ich war allein mit zwei Söhnen und sie brauchten mich.

Hilfe von Gott

Nach etwa zwei Jahren entdeckte ich im Internet, dass Gott heute noch heilt. Ich sah mir darüber einiges an Predigten an und studierte von da an die Bibel. Ich probierte alles aus und hatte auch gute Erfolge damit. Einigen Menschen konnte ich mit Jesus zu Heilungen verhelfen und bei mir selbst ging es auch aufwärts. Ich bekam viele Symptome sofort weg, aber dann kamen neue. Ich wusste also, es funktioniert, aber ich wurde nie wirklich frei. Der Teufel hielt mich gefangen und ich wusste nicht warum. Ich betete ständig um neue Erkenntnisse und studierte weiter die Bibel.

Ein ständiges Hin und Her - Kampf

So kämpfte ich mich viele Jahre durch, doch irgendwann wurde ich immer schwächer. Ich hatte kaum noch Kraft auf den Beinen zu stehen. Meine ganze linke Seite war wie gelähmt, der Arm fühlte sich taub an und meine Hand zuckte nur noch und ziemlich schnell breitete sich das auch auf den Rest der Körpers aus. Es kribbelte alles nur noch wie eingeschlafen. Das fühlte sich natürlich sehr bedrohlich an und ich erwartete jeden Abend, wenn ich mich ins Bett legte, am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen. Aber immer wieder wurde ich wach und ein neuer qualvoller Tag begann. Eines Morgens wurde ich davon wach, dass ich mich selbst laut reden hörte. Ich sagte: „Sei stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“ Sofort stand ich auf, nahm die Bibel und studierte die Waffenrüstung. Denn ich wusste, dass das Reden im Schlaf nicht von mir kam. Es hatte eine Bedeutung und ich wollte herausfinden, was es damit auf sich hatte. So ging es wieder eine Weile lang aufwärts. In der Zeit betete ich auch viel, dass ich doch wieder die Wohnung verlassen könne. Mein größter Wunsch war es, auf die Straße zu gehen und mit Jesus Menschen zu heilen und ihnen von Jesus zu erzählen. Ich hatte keine anderen Pläne mehr für mein Leben. Alles andere kam mir so sinnlos vor. Doch dann ging es mir plötzlich wieder sehr schlecht und zwar so, dass ich gar nicht mehr aus dem Bett kam. Ich war verzweifelt und trotzdem wollte ich nicht aufgeben und sagte laut: „Wenn ich jetzt nicht mehr aufstehen kann, kann ich trotzdem noch beten und ich habe so noch viel mehr Zeit dazu.“ So betete ich für alles und jeden, mehr als je zuvor. Mein Sohn machte sich große Sorgen um mich und erzählte auch meinen Eltern, wie schlecht es mir ging und er immer Angst hätte, dass ich das nicht mehr lange überleben würde. Das war eine große Belastung für meinen Sohn und das konnte ich ihm nicht länger antun, aber ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. In meinem Kopf spielten sich im Schnelldurchlauf Dinge ab, die mich noch mehr quälten. Ich dachte, wenn ich ins Krankenhaus gehen würde und die wieder nichts finden, so wie es immer war und ich dann auch noch meine Panikattacken dort bekommen würde, weil ich mittlerweile weder Ärzten noch Medikamenten mehr vertraute, würde man mich in die Psychiatrie einweisen und dort unter Medikamente setzen. Aber ich wollte auf keinen Fall ausgeschaltet werden, so hätte ich doch gar keine Chance mehr, mich gegen das Böse, das mich angriff, zur Wehr zu setzen. Ich hatte wirklich solche Horrorgedanken und all das machte mich kranker. Doch ich musste auf jeden Fall aus dieser Wohnung raus und zwar schnell, wenn ich sie noch einmal lebend verlassen wollte. Ich betete und betete für eine Lösung und plötzlich kam mir in den Kopf, erst einmal zu meinen Eltern zu ziehen. Ich sagte das meinem Sohn und er war glücklich damit. Also begann ich langsam die wichtigsten Sachen zu packen, auch wenn ich selbst noch nicht daran glaubte, das wirklich durchzuziehen. Dann las ich in einem Buch: Wenn du mit Jesus über das Wasser gehen willst, musst du auch aus dem Boot steigen! Ich betete wieder und sagte, dass ich das ja will, aber ich kann doch nicht, ich würde ja nicht mal die Treppen schaffen, kann es mir denn nicht wenigstens etwas besser gehen? Kann ich bitte wenigstens so viel Kraft bekommen, dass ich das schaffe? Dann gehe ich auch wirklich. Die Antwort darauf war einfach nur: „Geh!“ Abends schrieb ich meinen Vater an und sagte ihm, dass ich bald zu ihnen kommen würde, ich wüsste nur noch nicht genau wann. Das tat ich deswegen, weil ich mir damit selbst etwas Druck machte und keinen Rückzieher mehr machen konnte, weil ich sonst meine Eltern schwer enttäuscht hätte. Er freute sich darüber, aber er sagte mir auch, dass er mich nun nicht drängen würde und ich ihn, egal wann, anrufen könne und er mich dann sofort abholen käme. Danach beschloss ich, dass ich das Wochenende noch vergehen lassen würde und ihn dann am Montag anrufe, dass er mich abholen soll. So gewann ich etwas Zeit, denn ich dachte, dass die ganze Aufregung mir noch mehr zusetzte und ich etwas Ruhe einkehren lassen sollte, um vielleicht so doch noch etwas zu Kräften zu kommen. Aber es wurde eher schlimmer. Ich war so verzweifelt und bat wieder um Hilfe und Antworten. In einer Predigt hörte ich dann, dass das Meer erst geteilt wurde, als sie losgingen. Ich weiß nicht mal, ob das so war, aber ich verstand daraus, dass ich erst gehen muss und danach geht es mir besser. Es ist leicht, dem Herrn zu vertrauen, wenn man nicht in Schwierigkeiten ist, sagte ich mir dann immer wieder. Trotzdem schaffte ich es an dem Montag auch nicht, sondern ich quälte mich weiter herum und schaffte es irgendwie nicht. Egal, wie sehr ich betete oder flehte, ich hörte innerlich immer nur dieses: „Geh!“

Der Befreiungsschlag

Am Mittwochmorgen entschied ich mich dann endgültig zu gehen. Ich zog mich an und wollte noch warten, bis mein Sohn aufstand. .Er sollte meinen Vater anrufen, weil ich sogar davor Angst hatte. Ich wusste, dass es danach kein Zurück geben würde und es mich darum noch einmal eine Menge Kraft gekostet hätte, diesen Anruf selbst zu tätigen. Aber in dem Moment, als ich hörte, dass er aufgewacht war, bekam ich plötzlich einen Krampf in der Herzgegend. Diese Krämpfe kannte ich schon und normalerweise gingen sie sonst auch relativ schnell wieder weg, so dass mir immer klar wurde, dass dies gar nicht das Herz war. Doch dieses Mal ging dieser Krampf nicht weg. Ich bekam totale Panik und sagte zu meinem Sohn, dass ich das so jetzt nicht mehr schaffen würde. Ich weinte und dachte, ich käme da nun nicht mehr lebend raus, ich sagte ihm, dass es jetzt bestimmt zu spät sei. Doch mein Sohn sagte: „Mama, das wird noch immer schlimmer.“ Ich sah ihn entsetzt an, weil mich diese Aussage nun ganz bestimmt nicht beruhigte. Dann sprach er weiter: „Der Teufel will nicht, dass du gehst, er hat dich hier solange unter Kontrolle halten können, er wird es dir jetzt sicher noch immer schwerer machen, zu gehen. Glaub mir, das wird noch schlimmer.“ Danach war er kurz still und sagte dann: „Ich weiß nicht, warum ich das jetzt gesagt habe, es kam einfach so aus mir raus.“ Daraufhin sagte ich ihm, er solle nun seinen Opa anrufen, dass er mich abholen soll. Eine halbe Stunde später war mein Vater auch da und ich ging aus meiner Wohnung raus, als würde ich zur Schlachtbank geführt. Es war echt grausam, aber ich hatte es geschafft. Der Herr hat mich aus meinem Gefängnis herausgeführt und mich befreit! Mein Körper baut sich jetzt wieder auf und viele Symptome sind schon ganz verschwunden.

Ich danke euch allen für die Gebetsunterstützung, die mir zwischendurch immer wieder Kraft gegeben hat, durchzuhalten und danke auch für die aufbauenden Worte, denn allein hätte ich nie den Mut aufgebracht, meine Wohnung zu verlassen.

Marion W., NRW, 24.09.2021
0 0 Abstimmung
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtigung über
0 Comments
Inline-Rückmeldungen
Alle Kommentare ansehen