Das Abendmahl

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Curry R. Blake
Generalaufseher von John G. Lake Ministries und Dominion Life International Apostolic Church
© 2015 John G. Lake Ministries Deutschland e.V.
Sämtliche zitierte biblische Schriftstellen (soweit nicht anders angegeben) wurden der Bibelübersetzung Schlachter 2000 entnommen (SLT2000).
Copyright © 2000 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.
Weitere verwendete Bibelübersetzungen:
- Elberfelder (ELB)
- Luther 1984 (LUT)
- Neue Genfer Übersetzung (NGÜ)
- Wuest's Expanded Translation of the New Testament (WUE)
Titelbild: Urheberrecht Magdalena Kucova / www.123rf.com
1. Auflage Juni 2015 „Das Abendmahl“
Copyright © der deutschen Ausgabe 2015:
John G. Lake Ministries Deutschland e.V.
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Titel der Originalausgabe: „Communion“
Copyright © 2011 Curry R. Blake
Herausgegeben von CHRISTIAN REALITY BOOKS
P.O. Box 742947, Dallas TX 75374, USA
John G. Lake Ministries Deutschland e.V.
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Das Abendmahl

Niederschrift der Life-Übertragung vom Sonntagmorgen, den 7. August 2011, gehalten von Curry Blake.

Das Thema des heutigen Beitrags ist das Abendmahl. Ich werde darüber lehren, was wir tun sollten, um für die Teilnahme am Abendmahl bereit zu sein. Alles, was in Geist, Seele und Leib nicht in Ordnung ist, sollte vor der Einnahme in Ordnung gebracht werden.
Lasst uns beten:
„Vater, wir danken Dir für diesen Tag. Danke, Herr, dass wir auf so viele verschiedene Weisen zusammen kommen können, z.B. durch das Internet, über CDs und DVDs. Herr, wir danken Dir, dass wir diese Mittel jetzt nutzen können im Namen Jesu. Wir wissen, dass Dein Segen auf Deinem Wort ruht. Uns ist auch bewusst, dass wir gesegnet sind, weil wir in Deinem Sohn sind. Vater, wir danken Dir für diese Segnungen, und wir sagen im Namen Jesu jetzt, dass alles, was durch diese Übertragung gesagt und getan wird, zur Ehre des Herrn Jesu Christi und unseres himmlischen Vaters geschehe, durch das Wirken des Heiligen Geistes. In Jesu Namen, Amen.“
Das Abendmahl, auch „Herrenmahl“ genannt, wird in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas erwähnt. Wir werden heute einige Dinge darüber herausfinden.
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Ich habe schon im Rahmen des DHT-Seminars über das Abendmahl gelehrt. Wenn du bereits an einer DHT-Schulung teilgenommen und die Ausbildung für den Heilungsdienst als DHT (Divine Healing Technician) mitgemacht hast, wirst du einiges davon wiedererkennen. Doch wir wollen heute etwas mehr ins Detail gehen.
Wie schon erwähnt, wird über das Abendmahl in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas berichtet. Man kann sich die Stelle jeweils ganz einfach so merken: Es steht immer zwei Kapitel vor dem letzten Kapitel des Buches. Matthäus hat 28 Kapitel, also findet man es in Kapitel 26. Markus und Lukas schauen wir uns später an.
Diese Evangelien werden auch die synoptischen Evangelien genannt (vom Griechischen
sýnopsis (συνοπσγς)
zusammenschauen, gemeinsam schauen),
weil sie alle über dieselben Geschichten berichten. Johannes ist der Einzige, der aus der Reihe tanzt. Wir werden feststellen, dass Matthäus und Markus ähnliche Informationen weitergeben und dass Lukas weitere Details beisteuert. Uns ist bekannt, dass Matthäus einer der Jünger Jesu war und einer der Apostel. Also hat er sein Evangelium aus erster Hand weitergegeben.
Markus soll seine Informationen von Petrus erhalten haben. Man könnte daher sagen, dass sein Evangelium größtenteils eigentlich das Evangelium des Petrus ist, das durch eine andere Person berichtet wird. Des Weiteren ist uns bewusst, dass Petrus immer schnell bereit war, das Wort zu ergreifen oder zu handeln. Petrus
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war öfters derjenige, der gleich sagte: „Hey, ich will aus dem Boot steigen, ich will auf dem Wasser gehen. Ich will das erleben.“ Er schritt stets schnell zur Tat.
Ganz häufig lesen wir bei Markus die Worte „sogleich“, „alsbald“ oder „sofort“. Das Evangelium nach Markus ist sehr kurz und prägnant, aber das Schlüsselwort ist „sogleich“. In gewisser Weise ähnelt es dem Petrus, der ja immer bereit war, sofort aufzuspritzen und etwas zu unternehmen.
Lukas wiederum war mit dem Apostel Paulus unterwegs, von daher ist zu erwarten, dass seine Darstellung des Evangeliums sich von den anderen etwas unterscheidet. Von Lukas wissen wir, dass er Arzt war, insbesondere bevor er mit Paulus auf Reisen ging. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass er seinen Arztberuf nach seinen Reisen mit Paulus weiterhin ausübte.
Weil Lukas ein Arzt war, auch „geliebter Arzt“ genannt (Kol 4,14), dürfte sein Evangelium erwartungsgemäß das mit der größten Sorgfalt im Detail sein. Er verwendet eine exakte Terminologie und sehr prägnante Redewendungen, die äußerst anschaulich sind. Er hat also sehr auf die Einzelheiten geachtet. Das gleiche gilt auch für die Apostelgeschichte (die ebenfalls von Lukas geschrieben wurde).
Zu Beginn dieser Lehreinheit wollen wir uns Matthäus 26 anschauen.
In Matthäus 26, ab Vers 17, heißt es.
17 Am ersten Tag der ungesäuerten Brote traten die Jünger nun zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir das Passahmahl zu essen bereiten?
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18 Und er sprach: Geht hin in die Stadt zu dem und dem und sprecht zu ihm: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah halten!
Er fragte nicht: „Können wir in deinem Haus feiern?“. Jesus verkündete: „Ich komme zu dir nach Hause. Bereite alles vor. Ich komme dann vorbei.“
19 Und die Jünger machten es, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passah.
20 Als es nun Abend geworden war, setzte er sich mit den Zwölfen zu Tisch.
21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!
22 Da wurden sie sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, ihn zu fragen: Herr, doch nicht ich?
23 Er antwortete aber und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.
24 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre.
25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Rabbi, doch nicht ich? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt!
26 Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot und sprach den Segen, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib.
Bei unserer Betrachtung all dieser Berichte werden wir uns einige verschiedene Blickwinkel ansehen. Etwas später kommen wir dann auch auf 1.Korinther 11 zu sprechen, den Text, der ja gewöhnlich
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zum Lehren über das Abendmahl herangezogen wird. Ich werde auch dort einige Unterschiede aufzeigen.
In Matthäus 26, ab Vers 27 lesen wir:
27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus!
28 Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Das ist die Version des Matthäus.
Schauen wir bei Markus, Kapitel 14 nach. In den Versen 12 und 13 heißt es:
12 Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passahlamm schlachtete, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und das Passah zubereiten, damit du es essen kannst?
13 Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Geht in die Stadt; da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folgt,
Vers 14 schenkt ein weiteres Detail:
14 und wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: Der Meister läßt fragen: Wo ist das Gastzimmer, in dem ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?
Das ist etwas ausführlicher. Hier wird auch deutlich, wie Jesus agierte. Ich würde nicht sagen, dass Er sich hier der Gaben des Geistes bediente. Wir würden das zwar als eine Geistesgabe bezeichnen, doch weil wir wissen, dass Jesus in der ganzen Fülle des Geistes wirkte, hatte Er dieses Wissen und konnte es entsprechend einsetzen.
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Ab Vers 15 heißt es:
15 Und er wird euch einen großen Obersaal zeigen, der mit Polstern belegt und hergerichtet ist; dort bereitet es für uns zu.
16 Und seine Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah.
17 Und als es Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen.
18 Und als sie zu Tisch saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch, der mit mir ißt, wird mich verraten!
19 Da fingen sie an, betrübt zu werden und fragten ihn einer nach dem anderen: Doch nicht ich? Und der nächste: Doch nicht ich?
20 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir [das Brot] in die Schüssel eintaucht!
21 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre für jenen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre!
22 Und während sie aßen, nahm Jesus Brot, sprach den Segen, brach es, gab es ihnen und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib.
23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen denselben; und sie tranken alle daraus.
24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird.
Manche Details sind dieselben, doch es gibt auch einige zusätzliche Einzelheiten.
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In Lukas, Kapitel 22, ab Vers 7 steht:
7 Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem man das Passah schlachten mußte.
8 und sprach: Geht hin, Und er sandte Petrus und Johannesbereitet uns das Passah, damit wir es essen können!
Im Markusevangelium hieß es: „sandte er zwei seiner Jünger“. Jetzt wissen wir, welche zwei es waren. „Er sandte Petrus und Johannes“.
9 Sie aber sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir es bereiten?
10 Und er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineinkommt, so wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; dem folgt in das Haus, wo er hineingeht,
11 und sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist das Gastzimmer, in dem ich mit meinen Jüngern das Passah essen kann?
12 Und jener wird euch einen großen, mit Polstern ausgelegten Obersaal zeigen; dort bereitet es zu!
13 Sie gingen hin und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passah.
14 Und als die Stunde kam, setzte er sich zu Tisch und die zwölf Apostel mit ihm.
15 Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide.
16 Denn ich sage euch: Ich werde künftig nicht mehr davon essen, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes.
17 Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch!
18 Denn ich sage euch: Ich werde nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes gekommen ist.
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19 Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!
20 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Diese Beschreibung kommt dem am nächsten, was uns in 1.Korinther 11 gesagt wird. Dies ist das erste Mal, dass Jesus sagt: „Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird“. Er bestimmte: „Das tut zu meinem Gedächtnis!“.
In Vers 20 heißt es:
20 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Dies sind die wesentlichen Informationen über das, was sich zugetragen hat.
In 1.Korinther, Kapitel 11, beginnend mit Vers 23, steht der Text, den wir normalerweise für die Lehre vom Abendmahl, oder zumindest der Heilung durch das Abendmahl, verwenden. Hier ist es natürlich Paulus, der schreibt. Und wir wissen, wie schon gesagt, dass Lukas mit Paulus gereist ist, wir müssten also hier einige Details finden können. Einige Dinge sollten uns etwas klarer werden und zu dem passen, was Paulus gesagt hat.
In 1.Korinther 11 ab Vers 23 berichtet er:
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich daß der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm,
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24 und dankte, es brach und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis!
Das ist jetzt ein wenig anders. Wenn die Schrift in Lukas 22 sagt: „Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird“ (Vers 19), dann ist damit eigentlich gemeint: „Mein Leib, der für Euch hingegeben wird“. Im Korintherbrief heißt es: „mein Leib, der für euch gebrochen wird“ (Vers 24). Paulus geht also etwas mehr ins Detail. Er zitiert: „…dies tut…zu meinem Gedächtnis“.
25 Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, so oft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis!
26 Denn so oft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Den anschließenden Abschnitt wollen wir uns ganz genau ansehen.
27 Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn.
28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken;
Paulus schrieb: „Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder diesen Kelch trinkt…“. Das Wort „unwürdig“ solltest du unterstreichen. „…der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst…“ Unterstreiche bitte das Wort „prüfe“. „…und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken“.
Zwei Dinge werden uns gesagt. Erstens, wir sollen uns prüfen und zweitens, wir sollen nicht unwürdig am Mahl des Herrn
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teilnehmen. Wir werden uns noch genauer anschauen, was „unwürdig“ im Einzelnen bedeutet.
In Vers 29 wird dann erklärt, warum wir nicht unwürdig am Abendmahl teilnehmen sollen:
29 denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet (SCHL).
29 Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt (ELB).
29 Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selber zum Gericht (LUT).
29 Denn wer isst und trinkt, ohne sich vor Augen zu halten, dass es bei diesem Mahl um den Leib des Herrn geht, der zieht sich mit seinem Essen und Trinken das Gericht 'Gottes' zu (NGÜ).
Vers 30
30 Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen.
„Deshalb“, d.h. aus diesem Grund…“ Weshalb, aus welchem Grund? Es wurde unwürdig gegessen und getrunken und der Leib des Herrn wurde nicht geachtet.
Wenn es hier heißt, dass viele „entschlafen“ sind, dann ist damit ein früher Tod in jungen Jahren gemeint. Die korrekte Teilnahme am Abendmahl steht demnach im Zusammenhang damit, dass du davor bewahrt wirst, krank und schwach zu sein und eines frühen Todes zu sterben. Wenn in der Gemeinde viel Schwachheit, Krankheit und vorzeitige Todesfälle zu beobachten sind, dann liegt es nahe, dass die Gemeinde das Abendmahl nicht in rechter Weise handhabt.
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Weiter geht es mit den Versen 31 und 32:
31 Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden;
32 wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden.
Hier steckt eine Menge drin.
In Vers 31 heißt es: „Denn wenn wir uns selbst richteten“. Das griechische Wort für „richten“ hier heißt:
diakrinō (διακρίνω)
Es bedeutet „absondern, trennen“, mit anderen Worten: „analysiere es; schau es dir genau an.” Es kann auch heißen „unterscheiden, einen Unterschied machen, entscheiden“ oder auch „streiten, jemanden bekämpfen, beurteilen, schlichten“.
Paulus versucht im Grunde zu sagen: „Wir sollten uns selbst beurteilen, uns selbst prüfen, uns hinterfragen und nicht an uns selbst zweifeln.“ Er meint hier: „Wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden.“
Wenn du dir Vers 31 in der Schlachter Übersetzung anschaust, dann heißt es dort „Denn wenn wir uns selbst richteten, (diakrinō)“ und am Ende steht da: „…würden wir nicht gerichtet (krinō) werden.“ Die beiden Wörter, die hier jeweils mit „gerichtet“ übersetzt wurden, sind nicht dieselben; es sind zwei verschiedene griechische Wörter.
Das eine Wort ist diakrinō und das andere Wort ist krinō. Sie haben dieselbe Wurzel, doch es handelt sich nicht um dasselbe Wort.
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krinō (κρίνω)
bedeutet „scheiden, unterscheiden, oder auch urteilen, richten, der richterlichen Strafe überliefern, verdammen“.
Hier ist also gemeint: „Wenn wir uns selbst analysieren, uns überprüfen, dann werden wir nicht gerichtet werden.“
Im Klartext heißt das: „Wenn du dich selbst richtest, wirst du nicht gerichtet werden. Wenn du dich selbst analysierst, dann wirst du nicht vor Gericht gestellt, nicht verurteilt und nicht verdammt werden.“ An vielen Stellen der Bibel wird dasselbe Wort übersetzt mit „rächen, entscheiden, verurteilen, verdammen, anordnen, festsetzen, verfügen, vollziehen, richten“.
Viele dieser Aspekte finden sich hier wieder. Was Paulus also sagen will, ist: „Überprüfe dich selbst.“ Er spricht hier über unwürdiges Essen und Trinken.
In Vers 32 wird dasselbe Wort krinō verwendet.
32 wenn wir aber werden, so werden wir vom Herrn gerichtetgezüchtigt.
Wenn du dich selbst richtest, dann wirst du nicht mehr gerichtet. Wenn du dich selbst prüfst, wirst du nicht mehr vor Gericht gestellt, verurteilt und verdammt werden.
Paulus sagt, dass wenn wir gerichtet werden, d.h. wenn wir in diesem Sinne vor Gericht gestellt und verurteilt werden, werden wir vom Herrn gezüchtigt. Manche Menschen sagen dann: „Siehst du, damit sind Krankheit und Tod gemeint, die von Gott kommen. Er wird dir das Leben nehmen, wenn du beim Abendmahl etwas falsch machst“. Doch das entspricht nicht dem, was da steht. Paulus
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sagt vielmehr: „Wir werden vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verdammt werden“ (Vers 32).
Der Herr züchtigt nicht durch Krankheiten und Gebrechen. Er tut es durch Sein Wort. Die Bibel sagt dies sehr deutlich: „Sein Wort ist ein Stecken und Stab.“ Das bezieht sich auf den Hirtenstab im Alten Testament.
In Psalm 23,4 heißt es:
4 „Dein Stecken und Stab, die trösten mich.“
Das Wort „trösten“ bedeutet nicht nur, dass wir uns wohl fühlen. Wörtlich bedeutet es „auf Kurs halten“. So werden wir getröstet. Du weißt, dass wenn du auf dem richtigen Kurs bist, du in Einklang mit Gott bist. Alles ist gut.
Der zweite Teil in 1. Korinther 11 von Vers 32 lautet:
32b damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden.
Das Wort, das hier mit „verurteilen“ übersetzt wurde, ist das griechische Wort
katakrinō (κατακρίνω)
und bedeutet „gegen jemanden urteilen“, d.h. jemanden (zu einer Strafe) „verurteilen, verdammen“.
Es hat denselben Wortstamm wie krinō.
Im Klartext heißt das: „Wenn du dich selbst beurteilst und überprüfst, wirst du nicht verurteilt werden. Du wirst nicht mit der Welt verdammt werden“. Es bedeutet hier: „Wenn wir gerichtet werden, dann werden wir vom Herrn gerichtet, von Ihm gezüchtigt
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durch Sein Wort.“ Mit Hilfe Seines Wortes überprüfst du dein Herz, um sicherzustellen, dass deine Einstellung die richtige ist.
Wie überprüfst du dein Herz? Sorge dafür, dass deine Herzens-einstellung nicht vom Wort Gottes abweicht, d.h. dass deine Beweggründe aus Sicht des Wortes Gottes richtig sind. Gottes Wort sagt, dass „Er uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet“ (2. Petrus 1,4). Deshalb stimmen wir mit dem Willen Gottes und Seinem Wort überein und werden nicht verurteilt werden.
Gott gebraucht Sein Wort, um uns zu züchtigen. Oft denken wir, dass mit „züchtigen“ bestrafen gemeint ist. Doch das Wort „züchtigen“ muss nicht notwendigerweise Strafe bedeuten.
Hier in 1. Korinther 11, Vers 32 verwendet Paulus das griechische Wort
paideuō (παιδεύω)
Es hat die Bedeutung „erziehen, unterweisen, bilden“ oder „Zucht üben, zurechtweisen, korrigieren, anleiten“.
Es bedeutet nicht bestrafen.
Gott gebraucht diese Dinge nicht, um dich zu bestrafen. Er sagt vielmehr: „Wenn du dein Herz auf Gottes Wort ausrichtest, wenn zwischen dir und Gott alles in Ordnung ist, und wenn du dann mit der richtigen Motivation und der richtigen Urteilskraft am Abendmahl teilnimmst, indem du dir bewusst machst, warum wir es feiern und was uns darin von Gott bereitgestellt wird, dann wirst du nicht gerichtet werden. Krankheit und Gebrechen werden nicht
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auf dich kommen, weil du dein Leben in Übereinstimmung mit Gott lebst.
Während du am Abendmahl teilnimmst, kannst du geheilt werden, wenn du krank bist. Wenn du Sünde begangen hast, kann dir vergeben werden; alles das kann in einem Augenblick geschehen.
Einige Menschen betonen dies einseitig: „Ach, Jesus hat das mit der Sünde doch schon erledigt.“ Er hat sie wirklich bewältigt, und du musst mit ihr auch fertigwerden. Du musst dich entscheiden, dass du nicht mehr so weiter leben wirst.
Paulus sagt hier, dass du nicht mit der Welt verurteilt wirst, wenn du von Gott gezüchtigt und von Seinem Wort gelehrt und zurechtgewiesen wirst. Die Welt ist, ehrlich gesagt, immer noch verdammt.
In 1.Korinther 11 legt der Apostel Paulus die Lehren dar, die er vom Herrn Jesus nach dessen Auferstehung empfangen hat. Demnach gibt es immer noch ein Gericht, das auf die Welt zukommt. Deshalb haben Jesus und sogar Johannes der Täufer den Pharisäern, die zu ihnen kamen, gesagt: „Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem zukünftigen Zorn entfliehen?“ (Matthäus 3,7).
Lasst uns nochmal Vers 27 in 1.Korinther 11 anschauen.
27 Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn.
Das griechische Wort, das mit „unwürdig“ übersetzt wurde, lautet
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anaxiōs (ἀνάξιος)
Es ist ein Adverb mit der Bedeutung „ehrfurchtslos, unwürdig; unverdient; unangemessen; wertlos“.
Er sagt hier also: „Wer also in ehrfurchtloser Weise von diesem Brot isst und von diesem Kelch trinkt, ohne sich Zeit zu nehmen, um darüber nachzudenken und sich bewusst zu machen, wofür diese da sind, der wird am Leib und Blut des Herrn schuldig. Aus diesem Grund kommen dann Krankheit und Schwachheit und frühzeitiger Tod.“
In vielen Kirchen habe ich schon verschiedene Auslegungen darüber gehört. Manche sagen: „Weißt du, du musst den Leib unterscheiden (beurteilen, achten). Damit ist der Leib Christi (als Gemeinde) gemeint. Du darfst nichts gegen jemanden im Leib Christi haben. Also, falls du jemanden in der Gemeinde etwas nachträgst, musst du zu dieser Person hingehen und die Sache ins Reine bringen, bevor du am Abendmahl teilnimmst.“
Es ist natürlich nicht recht, etwas gegen irgendjemanden zu haben, ob in der Gemeinde oder anderswo. Darum geht es hier aber nicht. Du sollst dir einen Moment Zeit nehmen, um dich zu analysieren und dich zu fragen: „Gibt es einen Bereich, in dem ich versagt habe? Habe ich irgendwo etwas vermasselt? Gibt es jemanden, gegen den ich Groll hege? Gibt es jemanden, der einen Groll gegen mich hat? Ist mein Körper krank oder habe ich seelischen Kummer? Sorge ich mich um etwas?“.
Ob du’s glaubst oder nicht, Sorge ist Sünde. Sorge beinhaltet Furcht; sie schließt Zweifel ein; sie enthält Unglaube. Sie zeigt deinen Glauben an die Fähigkeit des Teufels, die Segnungen Gottes in deinem Leben zu blockieren. Du musst die Furcht überwinden.
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Dieser alte Spruch von Franklin D. Roosevelt macht es deutlich: „Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst“. Da ist etwas Wahres dran. Beachte aber: Die Angst ist ein Feind, den es zu besiegen gilt, und oft nimmt sie die Gestalt der Sorge an.
Wenn du dir lange genug Sorgen machst oder Angst hast, wird das deinen Körper zerstören. Angst oder Sorge setzt deinen Körper unter Stress. Dadurch werden Prozesse ausgelöst, die den Verfall deines Körpers bewirken. Also musst du sie unbedingt loswerden.
In 1. Korinther 11 sagt Paulus in den Versen 28 und 29:
28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken;
29 denn wer ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst unwürdigein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.
Mit „unwürdig“ ist „ehrfurchtslos“ gemeint.
Zur Erinnerung: In Vers 31 hieß es:
31 Wenn wir uns selbst richteten (krinō), würden wir nicht gerichtet (diakrinō) werden.“
Verwendet wurde hier für „richteten“ das Wort krinō, das, wie schon erwähnt, die Bedeutung von „unterscheiden, urteilen, richten“ oder „verdammen“ hat. Die Elberfelder Übersetzung verwendet „beurteilen“.
Das griechische Wort für „Gericht“ in Vers 29 ist
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krima (κρίμα)
Es bedeutet „Entscheidung, Beschluss (die Funktion oder die Auswirkung, für oder gegen eine Straftat), richterliches Verdammungsurteil, Verurteilung, Strafgericht, Handeln des Richters“.
Das hier für „Gericht“ oder „Verdammungsurteil“ verwendete Wort ist nur eine geringfügige Variante des Wortes diakrinō, das die Bedeutung „gerichtet werden“ hat, so dass wir den Unterschied erkennen können.
Paulus sagt: „Er trinkt sich selbst ein Gericht (oder Verdammungs-urteil)“. Beachte, dass er nicht schreibt: „Gott richtet dich“. Es steht da nicht, dass Gott dich in diesem Sinne verurteilt oder verdammt. Du trinkst dir selbst ein Verdammungsurteil, indem du nicht verstehst, warum du am Abendmahl teilnimmst und was dieses beinhaltet. Er sagt dann weiter,
29 …weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.
„Unterscheiden“ hat die Bedeutung von verstandesmäßig erkennen, wie wir beispielsweise zwischen „richtig“ und „falsch“ unterscheiden.
Bevor wir mit dem Abendmahl beginnen, wollen wir uns einen Moment zum Reflektieren nehmen. Ich hoffe sehr, dass keiner meiner hier anwesenden Zuhörer und keiner von denen, die sich die Übertragung ansehen oder anhören, einen sündigen Lebensstil praktiziert, indem er oder sie genauso lebt wie die Welt.
Wir können nicht das Licht der Welt sein, wenn wir genauso sind wie die Welt. Darum lade ich dich ein, vor dem Abendmahl über
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die Bereiche deines Lebens nachzudenken, die der Veränderung bedürfen.
Ich werde dir aufzeigen, wie du durch das Essen des Brotes geheilt werden kannst. Wir wissen ja alle, dass der Wein oder der Saft, oder was immer du als Getränk verwendest, das Blut Jesu repräsentiert, das für die Reinigung von deinen Sünden vergossen wurde. Dies ist dir schon bekannt, ich möchte aber noch einige Details behandeln.
Du solltest auch verstehen, dass du während dieser Zeit des Abendmahls von Sorge befreit werden kannst. Du kannst deine Ängste loswerden und tatsächlich auch Beziehungen in Ordnung bringen. Du kannst dich sogar selbst heilen, nicht nur körperlich, sondern an Geist, Seele und Leib. Du kannst Menschen in deiner Umgebung heilen, indem du mit Gott ins Reine kommst. Mache dir vor allen Dingen bewusst, dass der einzige Grund dafür, dass das alles so funktioniert, auf der Tatsache beruht, dass Jesus für dich einen Weg gebahnt hat, auf dem du mit Gott ins Reine kommen (versöhnt werden, gerecht werden) kannst.
„Gerechtigkeit“ ist ein Thema für sich. „Gerecht sein“ ist zu einem sehr theologischen Begriff gemacht worden, so dass es sich sehr geheimnisvoll anhört. Nach biblischer Definition bedeutet das Wort „gerecht“ schlicht „zu dem gemacht worden zu sein, der man sein soll“, mehr nicht. An manchen Stellen bedeutet es, dass man „im rechten Verhältnis (mit jemandem) ist“, was bedeutet, dass „nichts gegen einen spricht“.
Jedoch geht es über ein rechtes Verhältnis noch hinaus. Es bedeutet, dass du gerecht gemacht worden bist. Wenn du erst einmal Gerechtigkeit verstanden hast, ändert sich einfach alles!
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Es wird dir dann klar, dass es nichts gibt, was zwischen dir und Gott steht, wenn du vor Gott gerecht bist. Es gibt nichts, was irgendeine Seiner Segnungen für dich blockieren könnte, nichts, von dem du noch mehr bräuchtest. Du wartest nicht auf eine neue Salbung, eine neue Welle, eine neue Erweckung, eine neue Gabe oder irgendetwas anderes. Du stehst im rechten Verhältnis zu Gott und du wurdest so gemacht, wie du sein solltest.
Dies ist die Quelle deines Friedens. In Jesaja 32,17 heißt es:
17 und das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit auf ewig.
Da Friede die Frucht der Gerechtigkeit ist, wirst du diese Frucht des Friedens haben, sobald du gerecht bist. Du hast dann Frieden.
Vieles ist heute in der Kirche nicht in Ordnung. Der Grund dafür, dass in der Kirche kein Frieden herrscht, ist zum einen, dass viele Menschen nicht gerecht gemacht worden sind, und zum anderen, dass die, die es sind, gar nicht wissen, dass sie gerecht gemacht wurden. Vielen ist gar nicht klar, dass sie Frieden mit Gott haben. Wir singen es immer wieder an Weihnachten: „O du fröhliche… Christ ist erschienen, uns zu versühnen…“ und „Frieden auf Erden; den Menschen ein Wohlgefallen.“
Wir wiederholen es jedes Jahr. Und doch verstehen viele Menschen nicht, dass dies mehr ist als nur ein netter Vers, mehr, als nur ein Bibelzitat. Es ist eine Realität des wiedergeborenen Geistes. Du hast Frieden mit Gott. Du kannst dich entspannen, du musst dich nicht anstrengen. Du musst nicht kämpfen, um angenommen zu werden.
Demnächst werden wir eine Lehreinheit über die Gunst Gottes halten. In dem Zusammenhang werden wir gleichzeitig auch
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darüber lehren, was manchmal als „geöffneter Himmel“ bezeichnet wird. Eins kann ich dir jetzt schon sagen: „Wenn du die Gunst Gottes hast, dann ist der Himmel bereits geöffnet.“ Wenn du in der Gunst Gottes stehst, dann mag die Person neben dir vielleicht nicht im rechten Verhältnis zu Gott stehen, aber für dich steht der Himmel offen. Und du kannst den Himmel für sie erbitten und empfangen und dann den Himmel in ihr Leben bringen.
Wenn die Person Christus nicht annimmt, wenn sie den Himmel nicht in ihr Leben lässt und die Gerechtigkeit nicht akzeptiert, die durch Jesus Christus geschenkt wird, dann wird der Friede, den du ihr gibst, oder sonstige Hilfe von dir, in der Regel nur von kurzer Dauer sein. Die Person wird immer wieder zu dir kommen müssen, um diesen zu erhalten, weil sie es nicht für sich selbst empfangen kann. Das ist einer der Gründe dafür, warum wir die Welt evangelisieren müssen. Die Menschen müssen die „Gute Nachricht“ hören, dass Gott sie liebt und eine Beziehung mit ihnen haben möchte.
In Jesaja 53,1 heißt es:
1 Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden?
Wie ich zu sagen pflege, wird die Antwort durch die Frage gleich gegeben. Der Arm des Herrn wird denen geoffenbart, die der Verkündigung Gottes glauben. Wenn du glaubst („dem, der da glaubt“), wird der Arm Gottes, die Kraft, die Macht Gottes dir offenbart werden. Es geht also um die Entscheidung, schlicht zu glauben.
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Verse 2 und 3:
2 Er wuchs auf vor ihm wie ein Schößling, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht.
Er sagte: „Er wuchs auf. “ Das ist das Zeugnis. Das soll geglaubt werden.
3 Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht.
In Vers 4 beginnt das Thema, über das wir heute sprechen.
4 Fürwahr, er hat unsere getragen und unsere KrankheitSchmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
„Fürwahr“ bedeutet absolut und ohne Frage. „Er hat (Vergangenheitsform) unsere Krankheit getragen.“ Das mit „getragen“ übersetzte hebräische Wort lautet
nâsâh ( (אשׂנ
und bedeutet „heben, aufheben, nehmen, tragen; nehmen“.
Wenn du ein DHT-Seminar besucht hast, dann hast du diesen Aspekt schon einmal gehört. Es ist eigentlich ein Synonym für den nächsten Teil, in dem es heißt: „…und unsere Schmerzen auf sich geladen“.
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Das mit „auf sich geladen“ übersetzte hebräische Wort lautet
sâbal (סבל )
Es bedeutet „tragen (wörtlich oder im übertragenen Sinn), beladen sein; eine schwere Last tragen, auf sich laden“.
Die Wörter „getragen“ und „auf sich geladen“ sind Synonyme.
Sie bedeuten beide das gleiche: Jemand trägt (und erträgt) etwas als Strafe für einen anderen, oder jemand lädt eine Bestrafung auf sich stellvertretend für einen anderen, so dass die andere Person dies nicht tun muss. Und wir wissen natürlich alle, dass Jesus das für uns getan hat.
Jesus hat unsere Krankheit getragen, und Er hat unsere Schmerzen auf sich geladen, so dass wir dies nicht tun müssen. Er hat sie als Strafe getragen. Verdient hatte Er das nicht. Doch Er trug sie und lud die Strafe auf sich stellvertretend für uns. In der Tat hat Jesus alles, was in Jesaja 53 geschrieben steht, für uns getan. Nichts davon tat Er für sich selbst. Er tat es alles für uns.
Mit dem Wort „Krankheit“ sind nicht nur Krankheiten und mit dem Wort „Schmerzen“ nicht nur Schmerzen gemeint. Wir werden das gleich sehen.
Am Ende von Vers 4 von Jesaja 53 heißt es:
4b Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
Achte auf das Wort „niedergebeugt“.
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In Vers 5 lesen wir:
5 Doch er um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wurdewegen unserer Missetaten ; die Strafe auf ihm, zerschlagenlagdamit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.
„Doch Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt…“ Immer und immer wieder steht dort „Er … um unseretwillen.“ „Er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt…wegen unserer Missetaten zerschlagen…Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten“.
Wenn es in 1.Petrus 2,24 heißt:
24 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden seid ihr heil geworden.
dann steht dies in der Vergangenheitsform. Er sagte: „Durch seine Wunden...“, mit anderen Worten: „Als die Wunden Ihm zugefügt wurden, zu diesem Zeitpunkt, als Er am Schandpfahl ausgepeitscht wurde, da hat Er für deine Heilung bezahlt.“ Es war nicht notwendigerweise am Kreuz selbst, sondern bei der Auspeitschung und Folter. Jesus hat deine Heilung erkauft und dafür bezahlt. Deine Krankheiten und Gebrechen sind schon weggenommen worden. Sie können von Rechts wegen nicht mehr an dir haften bleiben. Leider verhält es sich damit wie in allen anderen Situationen: Wenn du es nicht weißt, wird der Feind es dir garantiert nicht verraten.
Gott hat Prediger berufen und beauftragt, dir die Gute Nachricht zu bringen, dass für dich schon bezahlt wurde. Auch für deine Heilung wurde schon bezahlt. Jesus hat sie käuflich erworben und
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den Preis dafür entrichtet. Es ist nicht recht, dass Er sie tragen musste und dass du sie dann auch noch tragen musst.
In Vers 6 heißt es:
6 Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.
Denke daran, dass Er alles, was Er tat, für uns getan hat.
In Vers 7 schreibt Jesaja:
7 Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.
„Er wurde misshandelt“. Wenn Er misshandelt und gequält wurde, dann war dies, damit du es nicht mehr erleiden musst.
„Er tat seinen Mund nicht auf“. Es gibt Zeiten, da solltest du es auch nicht tun.
Verse 8, 9 und 10:
8 Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
9 Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen [war er] in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.
10 Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen.
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„Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen“. Warum? Weil der Herr wusste, was damit erkauft und bereitgestellt werden würde.
Der erste Teil von Vers 11 lautet:
11a Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben;
Im zweiten Teil von Vers 11 ist ein weiteres Detail, das wir hervorheben möchten.
11b durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“
Wie bereits erwähnt, hieß es im Vers 4:
4 Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
Er trug (nâsâh) und lud (sâbal) auf sich.
Das in Vers 11b bei Schlachter mit „tragen“ übersetzte Wort ist dasselbe Wort sâbal, welches in Vers 4 mit „auf sich geladen“ übersetzt wurde.
Im Vers 4 hieß es „Er hat unsere Krankheit auf sich geladen (≙ getragen) (sâbal)“.
Hier in Vers 11b steht: „ihre Sünden wird er tragen (sâbal).“
Das, was Er mit unseren Sünden getan hat, hat Er auch mit unseren Krankheiten und Schmerzen getan.
Das hebräische Wort aus Vers 4, das in den Bibelübersetzungen mit „Krankheit“ (SCHL, LUT) oder „Leiden“ (ELB) übersetzt wird,
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choliy ( (יִלֳח
beinhaltet „Krankheit, Gebrechen, körperliche Leiden, Übel und Bekümmernis“.
Was Er mit unseren Krankheiten und Gebrechen getan hat, das hat Er auch mit unseren Sünden getan. Was Er mit unseren Sünden getan hat, das hat Er auch mit unseren Krankheiten getan.
Mir ist bewusst, dass es Kirchen gibt, die nicht an körperliche Heilung glauben (oder daran, dass sie Teil dessen ist, was von manchen das Erlösungswerk Jesu genannt wird), oder an die Erlösung am Kreuz. Diese Lehre ist für mich schwer nachzuvollziehen, da u.a. hier schwarz auf weiß geschrieben steht: „Was immer Er mit unseren Sünden getan hat, das hat Er auch mit unseren Krankheiten getan“.
Wenn Er unsere Krankheiten nicht für uns getragen hätte, so dass wir sie nicht mehr tragen müssen, dann haben wir keine Basis zu glauben, dass Er unsere Sünden getragen hat. Das würde bedeuten, dass wir immer noch in unseren Sünden wären.
Dem 4. Kapitel des Epheserbriefes entnehmen wir, dass der fünffältigen Dienst dazu da sein wird, den Leib Christi zu Jesus Christus hin aufwachsen zu lassen, damit der Leib aussieht wie Er. Wir wissen, dass es im Himmel den fünffältigen Dienst nicht mehr geben wird; daraus folgern wir, dass der Leib hier auf Erden aufwachsen wird. Der aufgewachsene Leib Jesu wird so aussehen wie Jesus und so reden wie Jesus.
Es steht bereits geschrieben, dass wir „den Sinn Christi haben“ (1.Kor 2,16). Doch viele Menschen greifen gar nicht auf diesen
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Sinn Christi zu. Wie zapft man den Sinn Christi an? Indem man seine Denkweise durch das Wort Gottes erneuert.
Dein Denken muss erneuert werden. Sobald diese Entwicklung vollzogen ist, wirst du Christi Sinn nicht mehr nur potentiell sondern in ganz realer Weise haben. Wenn du den Sinn Christi hast, und das haben wir alle, dann sollten wir alle zu derselben Erkenntnis gelangen, indem wir alle zu derselben Erkenntnis hinstreben.
In Epheser 4,11-15 steht, dass wir alle zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen sollen.
11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer,
12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus,
13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus;
14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen,
15 sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.
Hier in Epheser 4 spricht Paulus über die Gemeinde. Er sagt nicht: „Bis wir alle zur Erkenntnis gelangen, dass Jesus der Sohn Gottes ist“. Wenn man das nicht weiß, gehört man noch nicht zur Gemeinde. Dieses Wissen ist die Voraussetzung, um überhaupt wiedergeboren zu werden. Er spricht vielmehr die Gemeinde an und sagt: „Ihr werdet alle die volle, auf Erfahrung gründende
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Erkenntnis haben, die Jesus Christus selbst hat. Ihr werdet wissen, was Er weiß.“
Das Wunderbare daran ist, dass es heißt: „In Ihm sind verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis des Universums“ (Kolosser 2,3). In Ihm ist also diese Weisheit, die wir potentiell in uns tragen. Wenn du jetzt sagst: „Ich kann das einfach nicht glauben.“ Nun, dann glaubst du nicht, was die Bibel sagt.
In 1.Johannes 2,27 heißt es sogar, dass wir es nicht nötig haben, dass uns irgendjemand lehrt, weil wir schon jetzt alles wissen.
27 Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.
Als Gläubiger weißt du bereits über alles Bescheid; du weißt nur nicht, dass du es schon weißt. Das liegt daran, dass dieses Wissen sich in deinem Geist befindet. Und wenn du deinen Verstand noch nicht erneuert hast, dann hat es den Weg in dein Denken noch nicht gefunden. Jeder Gläubige hat den Sinn Christi.
Jeder Gläubige besitzt den Sinn Christi, aber dieser Sinn ist nicht bei jedem bis in seinen Verstand vorgedrungen, da er oder sie seine Denkweise noch nicht an das Wort Gottes angepasst hat, welche der Sinn Christi ist.
Während der fünffältige Dienst seine Aufgabe erfüllt, wird es eine Anzahl von Gläubigen geben (den Leib Christi, wahre Gläubige, die Erwählten, den Rest, oder welche Terminologie auch immer wir
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benutzen mögen), die gemäß Römer 8 aufwachsen werden zu vollständig manifestierten Söhnen Gottes.
Sie werden beginnen, als echte Söhne Gottes in Erscheinung zu treten, und sie werden den Herrn Jesus Christus offenbar machen. Während sie das tun, werden sie in der Fülle der Erkenntnis und des Verständnisses auftreten, die Jesus selbst hatte. Dann wird sich zeigen, dass wir tatsächlich alles wissen, und all das, was wir wissen, wird aus unserem Geist in den Verstand überwechseln, weil unser Denken erneuert sein wird.
Wenn das geschieht, dann werden viele Schilder an Kirchen bedeutungslos werden. Heute, wenn ich nach Afrika reise, insbesondere nach Kenia oder in andere Länder von Nord- oder Nordost-Afrika, dann prangt an jeder Kirche dort ein Schild über der Tür. Darauf stehen Bezeichnungen wie „Baptisten“ oder „Pfingstgemeinde“ oder verschiedene andere Denominationsbezeichnungen, wie wir sie auch hier in den USA und andernorts antreffen.
Wenn du hier in Amerika die Straße entlang fährst und ein Schild mit der Aufschrift „Presbyterianer“, „Episkopalkirche“, „Katholische Gemeinde“, „Baptisten“, etc. siehst, dann kannst du dir schon denken, was dich erwarten wird, wenn du da rein gehst. Du hast eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie die Gemeinde sein wird.
Wenn du dagegen nach Kenia, Tansania und ähnliche Länder reist, dann spielt es überhaupt keine Rolle, was auf dem Schild über der Tür steht. Fast jeder dort ist Pfingstler. Jeder spricht in Zungen und glaubt an Heilung. Warum? Weil es überhaupt nicht um das Schild über der Türe geht. Sie sind schon zu der Erkenntnis gelangt, und
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zu dem tiefergehenden Verständnis, das im Wort Gottes gründet: Das Wort ist in Jesus Christus. Diese Erkenntnis besagt, dass Heilung heute geschieht. Sie besagt, dass die Gaben und Manifestationen des Geistes sich heute ereignen. Das Gute daran ist, dass diese Menschen es geschafft haben, aus den Begrenzungen der Türschilder auszubrechen.
In Nordamerika sind wir bedauerlicherweise sehr territorial (ich meine das im negativen Sinne). Die Menschen gelangen nie über die Grenzen des Türschildes hinaus. „Also, wir haben das schon über Hunderte von Jahren so gemacht, deshalb werden wir das auch in Zukunft so machen“, anstatt zu sagen: „Weißt du was? Vielleicht sollten wir mal hinterfragen und schauen, ob wir nicht an irgendeiner Stelle daneben liegen.“
Aber nun zurück zu Jesaja 53, 12
12 Darum will ich ihm die Vielen geben, und er wird zum AnteilStarke zum Raub erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.
Die Elberfelder übersetzt den Vers so:
12 Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die (ELB) Verbrecher Fürbitte getan .
Hier geht es um Jesus, der einen Feind besiegt und sich die Beute zum Raub nimmt. Im übertragenen Sinn bedeutet das: „Geliebter, du wirst stark werden müssen, wenn du deinen Anteil am Raub erhalten willst und wenn du Heilung haben willst.“ Jesus hat die
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Mächte und Gewalten beraubt und den Feind besiegt. Der Feind will jedoch nicht, dass du geheilt wirst. Er will nicht, dass du Frieden in deinem Herzen hast. Der Feind möchte gerne, dass du in Angst lebst.
Heutzutage ist jeder ständig besorgt darüber, was morgen geschieht, wenn die Börse wieder öffnet. Ich sage euch: Als Gläubige sollten wir ein Symbol der Stabilität sein und nicht der Furcht. Wir sollten immer beständig vorwärts gehen und in Gott die Ruhe bewahren.“ Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit!“ Das sagt die Bibel über Jesus in Hebr 13,8. Das sollte auch über uns gesagt werden können.
Jesaja schreibt hier in 53,12: „mit Gewaltigen wird er die Beute teilen“. Du wirst dich dazu entscheiden müssen zu sagen: „Ich werde sie mir nehmen.“ Darüber spricht Jesus im Matthäusevangelium. Dort ist die Rede davon, dass „das Reich Gottes Gewalt leidet, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich“ (Matt 11,12). In dir muss sich etwas erheben, das dich befähigt zu sagen: „Ich weiß, dass es nicht Gott ist, der meine Heilung zurückhält. Ich weiß, dass es ein Teufel ist. Ich weiß, es ist der Feind. Ich werde mir die Beute nehmen, die Jesus für mich erkämpft hat.“
Du beginnst, es dir zu nehmen, nicht nur zu empfangen, sondern es dem Feind zu entreißen und dann festzuhalten. Du sagst: „Das gehört mir, Teufel, und du wirst es nicht bekommen. Ich bin geheilt. Ich bin wiederhergestellt. Ich bin gesund. Ich habe Frieden in meinem Herzen. Ich stehe im rechten Verhältnis zu Gott. Ich bin gerecht gemacht durch Jesus Christus.“
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Dann wird der Teufel natürlich versuchen, dir zu sagen: „Ja, aber erinnerst du dich daran, wie du dieses oder jenes getan hast? Du bist nicht anders geworden; du bist immer noch derselbe. Du tust es immer noch.“ Das ist der Moment, an dem du ihm ins Gesicht schauen und sagen musst: „Teufel, lass mich dir mal was sagen. Ich weiß nicht, wo du gerade hinschaust, aber ich bin verändert. Ich bin neu geboren. Ich bin gerechtfertigt. Ja, ich mag einige dieser Dinge getan haben, aber ich kann mich nicht einmal mehr daran erinnern und Gott erinnert sich auch nicht daran. Selbst wenn das passiert ist, trete ich nicht gerechtfertigt vor Gott, weil ich etwas getan oder unterlassen habe. Ich bin gerecht, weil Jesus etwas für mich getan hat.“ Darauf sollte dein Glaube ausgerichtet sein.
Im letzten Teil von Vers 12 schreibt Jesaja es dann noch
12 …dafür, daß er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragenund für die Übeltäter gebetet hat.
Hier ist wieder dasselbe Wort, das in Vers 4 für „getragen“ oder „auf sich genommen stand“, das Wort nâsâh. Noch einmal, das gleiche, das Er mit deiner Sünde und Schuld getan hat, hat Er mit deinem Leid und deinem Schmerz getan, womit deine Krankheiten, Schwachheiten und Gebrechen gemeint sind.
Der nächsten Bibelstelle möchte ich die folgende Bemerkung vorausschicken: Das ist Gottes Kommentar; Gottes eigener Kommentar zu Jesaja 53.
Es heißt in Matthäus 8 in den Versen 16 und 17:
16 Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm, und er trieb die Geister aus mit einem Wort und heilte alle Kranken,
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17 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht: »Er hat unsere Gebrechen weggenommen und unsere Krankheiten getragen«.
Das kommt direkt aus Jesaja 53,4
4 Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.
Hier in Matthäus sagt Er, dass die hebräischen Worte in Jesaja, die oft mit „Leiden und Kummer“ übersetzt werden, tatsächlich wörtlich unsere „Krankheiten und Schmerzen“ meinen.
Es gibt hier die Verbindung zu 1.Petrus 2,24:
24a Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz,…
Hier geht es um die Vergebung der Sünden. Weiter heißt es:
24b damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben mögen; durch seine Wunden ihr heil geworden. seid
In Jesaja 53,5 steht
5b und durch seine Wunden wir geheilt worden. sind
Beachte: Petrus veränderte die Aussage von Jesaja 53 „sind wir geheilt worden“ zu „seid ihr heil geworden“ in 1.Petrus 2,24.
Warum? Weil Jesus ans Kreuz gegangen ist. Er hat dafür bezahlt. Alles, was zeitlich vor dem Kreuz war, war nur durch Glauben zugänglich. Nach dem Kreuz sind das alles Tatsachen. Wir müssen zwar immer noch Glauben an die Tatsachen haben, aber es bleiben
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Tatsachen. Tatsache ist „durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Er hat sie für dich getragen.
Ich weiß, dass wir eine sehr starke Betonung auf Heilung legen, doch ich bin heute hier, um dir zu sagen: „Es geht nicht allein um Heilung. Es ist das volle Evangelium für den ganzen Menschen und betrifft Geist, Seele und Leib. Es ist das Heilwerden von Geist, Seele und Leib.“ Ich möchte folgendes betonen: Dein Geist brauchte keine Heilung. Dein Geist war tot. Er benötigte eine Auferweckung. Das ist die Erfahrung der Wiedergeburt.
Du wurdest auferweckt vom Tod. Du warst tot durch deine Übertretungen und Sünden (Epheser 2,1), und du wurdest auferweckt zu einem neuen Leben, einem Leben mit einem neuen Geist, um aufzuwachsen und buchstäblich als Sohn Gottes zu leben (Galater 3,26), mit dem Geist Gottes in dir (Galater 4,6). Deshalb hat sich dein Wesen und alles in dir verändert. Du müsstest geheilt sein von allen Kümmernissen, Sorgen, Krankheiten, Gebrechen, Schwachheiten; was auch immer. Es ist ein allumfassendes Evangelium für den ganzen Menschen, eine vollständige Heilung und Wiederherstellung.
Die Kirche sollte Menschen nicht an Psychologen, Psychiater oder sonst wen verweisen müssen. Man wird dann gefragt: „Was passiert, wenn Sie an dieses oder jenes denken? Welche Gefühle ruft das in Ihnen hervor?“ Nun, ich glaube, dass du das ganz gut auch selbst herausfinden kannst. Du weißt, wie du dich fühlst. Oft werden Medikamente verschrieben, um dich zu beruhigen, damit du dich nicht mehr schlecht fühlst und nicht negativ reagierst. Damit löst man jedoch nicht das Problem. Das Problem liegt im Geist.
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Ich sage damit nicht, dass du in deinem Geist krank bist. Ich sage lediglich, wenn du wiedergeboren wirst, dann wird dieses Problem gelöst. Erneuere dein Denken mit dem Wort Gottes und fange an, in allen Dingen mit Gott zu leben. Lebe in der Wahrheit Gottes und du wirst durch diese kostbaren Verheißungen zum Teilhaber der göttlichen Natur (2. Petrus 1,4). Du kannst nicht Gottes Wesen haben und gleichzeitig voller Sorge und Angst sein und jedes Mal vor Schreck aufspringen, wenn jemand etwas zu dir sagt. Die Gerechtigkeit Gottes gibt dir Kühnheit. Die Bibel ist da sehr klar.
In Sprüche 28,1 sagt sie:
1 Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt, aber die Gerechten sind furchtlos wie ein junger Löwe.
„Der Gerechte ist furchtlos wie ein Löwe,“ aber „der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt.“ Die traurige Tatsache ist, dass die Kirche gerecht gemacht wurde, doch dies ist nicht angemessen betont worden. Es wurde vielen Menschen gar nicht vermittelt.
Wir schauen uns Jesaja 53, 3-5 noch einmal in der Übersetzung nach Luther 1984 an. Ab Vers 3 heißt es:
3 Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. (LUT)
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„Durch seine Wunden“ d.h. durch seine Striemen und durch die Peitschenschläge, die Er erduldet hat, ist Heilung für uns da. „Fürwahr, Er trug unsere Krankheit“. Es geht hier nicht nur um Heilung, da steckt noch so viel mehr drin.
Ich möchte Matthäus 8, Vers 16 in der Wuest-Übersetzung (Wuest's Expanded Translation of the New Testament), einer wörtlichen englischen Übertragung aus dem Griechischen lesen. Ins Deutsche übersetzt steht da:
16 Jetzt, als der Abend gekommen war, brachten sie zu ihm viele, die von Teufeln besessen waren. Und Er schleuderte die Geister mit einem Wort hinaus. Und all diejenigen, die krank waren, heilte Er, zu dem Zweck, dass erfüllt werden würde das, was gesprochen worden war durch Jesaja, den Propheten, der sagte: „Er selbst nahm hinweg unsere Gebrechen und trug davon unsere Erkrankungen“ (WUE, ins Deutsche übertragen).
Nun lasst uns noch Psalm 103,2 anschauen:
2 Preise den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! (ELB)
Das ist oft das Problem. Viele Gruppen, kirchliche Denominationen und sogar nicht an eine Denomination gebundene freie Gemeinden vergessen manche der Wohltaten, die der Herr getan hat.
Vielleicht glaubst du nicht an Heilung und dass das Opfer Jesu dort am Schandpfahl und am Kreuz körperliche Heilung beinhaltete. Ich möchte dich dann um Folgendes bitten: Wenn du am Abendmahl teilnimmst und das Brot oder die Oblate in der Hand hältst sowie den Saft oder Wein und du nicht an Heilung glaubst – glaube
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daran, dass wir durch Seine Kreuzigung Vergebung der Sünden haben.
Wodurch erhalten wir Vergebung der Sünden? Durch Sein Blut. Ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung der Sünden.
Wofür ist dann das Brot da? Warum sollte man überhaupt das Brot essen, wenn es keine Funktion hat? Wir sollen das Brot essen, weil es Sein Leib ist, der für euch gebrochen wurde (1.Kor 11,24). Wie wurde er für uns gebrochen? Durch die Striemen und Wunden, und durch diese Wunden bist du geheilt. (1.Pet 2,24).
Nimm am Abendmahl in einer würdigen Haltung teil. Halte inne und denke darüber nach. Lasse es zur Realität werden und sage: „Sein Leib wurde ausgepeitscht, geschlagen und verwundet für mich, und durch Seine Wunden bin ich heil geworden. Dieses Brot repräsentiert Seinen Körper, der gebrochen wurde, auf dass ich geheilt werde. Mit diesem Brot empfange ich meine Heilung, aufgrund Seiner Wunden.“
Dann esse das Brot. So sollte das Abendmahl gefeiert werden. Wenn wir auf diese Weise das Abendmahl feiern, dann werden Krankheiten und Leiden aus der Gemeinde verschwinden. Doch wenn wir es auf die alte Art und Weise tun, werden wir dieselben alten Probleme haben, die wir schon immer hatten. Wir werden schwach und krank sein und viele werden eines frühzeitigen Todes sterben gemäß 1. Kor 11,30:
30 Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen.
Wenn du an das Blut glaubst und an den Saft/Wein, der das Blut zur Vergebung der Sünden symbolisiert, dann kannst du die
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Vergebung der Sünden empfangen. Du kannst dann immer noch schwach und krank sein und frühzeitig sterben. Du wirst einfach nur Jesus früher sehen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass du zu Jesus gehen wirst, wenn du wiedergeboren bist. Doch es ist nicht nötig, so bald zu gehen. Du musst nicht vorzeitig „umziehen“. Lebe die Fülle deiner Tage aus und tu all das Gute, das du tun kannst für das Reich Gottes hier auf der Erde.
Wir haben die Elemente des Abendmahls hier. Nun werden wir sie einnehmen, während wir aus 1.Korinther 11 lesen:
23b nämlich daß der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm,
24 und dankte, es brach und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird;
Durch Seine Wunden seid ihr geheilt worden.
Nimm das Brot, halte es hoch und sage: „Vater, im Namen Jesu, ich glaube Deinem Wort; ich glaube, dass ich durch Seine Wunden geheilt bin. Durch Seinen Leib, der für mich gebrochen wurde, empfange ich heute Heilung in meinem Körper.
Durch dieses Brot, das Seinen gebrochenen Leib repräsentiert, empfange ich in diesem Augenblick die Heilung. Ich werde nicht mehr länger schwach und krank sein, und ich werde nicht frühzeitig sterben. Ich werde ein gutes, starkes Leben leben und die Werke Gottes verkündigen.
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Im Namen Jesu überprüfe ich mich jetzt in diesem Augenblick und ich sage ‘Ja, ich glaube. Ich glaube, dass ich durch Seine Wunden geheilt bin‘.“
Im Namen Jesu weihen und segnen wir jetzt dieses Brot dazu, den Leib Jesu Christi für uns zu verkörpern. Wir sagen: „Im Namen Jesu empfangen wir durch das Einnehmen dieses Brotes auch unsere Heilung.“
Nehmt und esst.
25 Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut...
Wir wissen, dass geschrieben steht: „ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung“ (Hebräer 9,22). Also wissen wir, was damit symbolisiert wird.
Wenn Du wiedergeboren bist, solltest Du davon trinken. Du solltest wissen, dass dies das Blut Jesu verkörpert. Über das Blut Jesu gäbe es vieles zu sagen. Es gibt nichts auf der ganzen Welt, im gesamten Universum und in alle Ewigkeit, das wertvoller ist als das Blut Jesu Christi.
Nun nehmen wir diesen Kelch und wir beten: „Vater, wir erheben diesen Kelch zu Dir und wir sagen: ‚Wir erkennen die Tatsache an, dass dies das Blut Jesu Christi verkörpert, das für uns gegeben und vergossen wurde zur Vergebung der Sünden, so dass wir wiedergeboren werden konnten und mit Dir, Vater in ein rechtes Verhältnis eintreten konnten.‘
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Wir empfangen dieses Blut, die Gerechtigkeit Gottes, in Christus und durch Christus. Durch Sein Opfer empfangen wir jetzt im Namen Jesu, vollständige Vergebung aller Sünden und sind gereinigt, wiederhergestellt und rein gewaschen.
Jetzt, da wir aus diesem Kelch trinken, erkennen wir an, dass nichts zwischen Dir, Vater, und uns steht, dass wir absolut rein und heil sind, so als würden wir neu geboren, zum wiederholten Mal und zum allerersten Mal. Im Namen Jesu empfangen wir jetzt in diesem Augenblick Vergebung und Reinigung. Wir sind vollkommen eins mit Dir, im Namen Jesu.“
Nehmt den Kelch und trinkt.
Wenn du krank warst, dann ist jetzt der Augenblick, dich zu bewegen. Sei frei. Sei geheilt. Sei wiederhergestellt. In diesem Augenblick sprechen wir den Segen der Heilung über dir aus.
Wir sagen: „Sei du geheilt nach Geist, Leib und Verstand“. Jetzt gebieten wir deinem Verstand geheilt zu werden, befreit zu werden im Namen Jesu. Wir gebieten der Angst: GEH, und komme NIEMALS wieder! Sie hat kein Recht an einem Kind Gottes.
Im Namen Jesu spreche ich dich absolut frei in diesem Augenblick! Du bist jetzt rein, heil und gerecht vor Gott; geheilt in Geist, Seele und Leib, im Namen Jesu.
„Vater, wir danken Dir für diesen Tag. Vater, ich sage: ‚Durch den Namen Jesu, werden Deine Heiligen, Deine Kinder wachsen. Und sie werden erwachsen werden und genauso aussehen wie Dein Sohn, im Namen Jesu.
Amen.“

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