Vom Suizid zur Gotteserkenntnis

Zeugnis tiefer Dankbarkeit

Der nachfolgende Erlebnisbericht soll vor allen denjenigen Menschen neuen Mut, Stärke und Hoffnung geben, welche zurzeit keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen und sich mit dem Gedanken eines Suizids beschäftigen.

Zu meiner Person

Ich heiße Alexander, bin Baujahr 1972 und hatte bis August 2016 nichts mit Religionen jeglicher Art oder gar dem christlichen Glauben am Hut. Schwache Menschen ohne Rückgrat brauchen einen Halt in Form von Jesus oder sonstigen Propheten und Göttern; nicht jedoch ich als Realist der mit beiden Beinen fest im Leben stand und schon so viel erlebt hatte. Was man nicht sehen kann, dass gab es für mich damals nicht. Märchenbücher wie die Bibel oder den Koran hatte ich nie gelesen.

Im Jahr 1990 lernte ich eine absolut phantastische Frau kennen. Wir lebten lange Zeit in „wilder“ Ehe und heirateten im Jahr 2001. Zehn Monaten nach der Hochzeit wurde unser Sohn geboren und vervollständigte unsere kleine Familie.

Von Beruf her bin ich im Beamtenverhältnis und war von 1999 bis 2016 Leiter Versammlungsbehörde und zugleich Einsatzleiter einer Polizeiabteilung in einer größeren Stadt im Bundesland Hessen.
Seit Mitte 2017 bin ich in meiner alten Dienststelle „zur besonderen Verwendung“ weiterbeschäftigt.

Die Alkoholsucht und eine negative Welt

Schon als Jugendlicher habe ich meine ersten Erfahrungen mit dem Suchtmittel Alkohol gesammelt. Zumeist war ich am Wochenende oftmals betrunken und bei Feierlichkeiten hatte ich auch immer meist mehr intus als die anderen Gäste.
Nachdem ich im Jahr 1999 beruflich die Karriereleiter steil nach oben gestiegen bin, hat sich demnach Jahr für Jahr die Arbeitsbelastung und vor allem die Arbeitszeit sehr negativ auf meine Beziehung ausgewirkt.

Teilweise habe ich damals bis zu drei Wochen ohne einen freien Tag gearbeitet und hatte eine tägliche Arbeitszeit zwischen zehn bis vierzehn Stunden. Wenn andere Familienväter an Wochenenden und Feiertagen diese Zeiten im Kreise ihrer Familien verbrachten, war ich im Einsatz bei irgendwelchen Demonstrationen, Fußballspielen und anderen Großveranstaltungen.

Jedenfalls hat sich mein Alkoholkonsum in dieser Zeit der Arbeitsbelastung angepasst bzw. ist von Jahr zu Jahr stetig gestiegen. Irgendwann kam dann auch die Zeit wo ich auf der Dienststelle einfach abgestochen habe und anschließend weiterarbeitete. Nach diesen „falschen“ Feierabenden habe ich dann auch am Arbeitsplatz Alkohol konsumiert.
Hierzu möchte ich anmerken, dass ich immer hinter meinen Kollegen gestanden habe und ein wirklich sehr hohes Ansehen in der Dienststelle hatte. Aufgrund einer „falschen“ Kollegialität hatte ich demnach keine Repressalien wegen des Alkoholkonsums am Arbeitsplatz.

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit hatte ich immer nur mit extremen Zeitgenossen zu tun. Abgesehen von „normalen“ Demonstration diverser Gewerkschaften wegen der üblichen Tarifverhandlungen habe ich im Laufe der Jahre wirklich viele verrückte Personen/Gruppierungen und deren Verantwortliche kennengelernt. Generell hat man sich zumeist einmal im Jahr bei Kooperationsgesprächen für die nächste anstehende Demo gesehen und die Abläufe der kommenden Veranstaltungen besprochen.
Angefangen über die extreme Rechte wie z.B. der NPD; der Antifa aus dem linken Spektrum, die Verrückten von Blockupy, Tierschützern, Umweltschützern, Islamisten wie Pierre Vogel und Sven Lau und sonstigen Weltverbesserern; alle haben damals in meinem Büro gesessen.
Hinzu kommen noch zahlreiche Vertreter von diversen Volksgruppen aus der gesamten Welt, welche in Deutschland mehr oder minder stark vertreten sind und wegen Problemen jeglicher Art in ihrem Heimatland hier in Deutschland demonstrieren.

Bei allen diesen Events war ich immer in vorderster Front und könnte über die dortigen Erlebnisse ein ganzes Buch füllen. Jedenfalls hat mich dieser Job an meine Grenzen gebracht und ich wurde von Jahr zu Jahr immer mehr ein richtiger Stinkstiefel. Mich kotzte einfach alles nur noch an.

Das Beziehungsende

Meine ganze Entwicklung hat sich natürlich auch auf das Familienleben ausgewirkt. Regelmäßig gerieten meine Ehefrau und ich verbal aneinander und ich versprach ihr immer eine Besserung hinsichtlich meines Alkoholkonsums und meiner Arbeitszeiten. Meine Frau hatte wirklich sehr, sehr viel Geduld mit mir, aber Anfang 2016 war das Maß voll und ich zog aus der gemeinsamen Wohnung aus.
Wir beide sahen ein, dass die Ehe gescheitert war und wollten uns scheiden lassen.

Ich zog wieder zu meiner Mutter und ertränkte meinen Kummer abends in Alkohol und arbeitete noch mehr als zuvor. Die Erkenntnis, dass man als Ehemann und Familienvater versagt hat und einfach nicht die Finger vom Suchtmittel Alkohol lassen kann, war für mich sehr schlimm.

Gedanke der Selbstvernichtung

Am Abend des 03.06.2016 kam ich stark angetrunken im Hause meiner Mutter an. Sie erklärte mir, dass eine der Toiletten im Haus verstopft sei und bat mich dieses Problem zu beheben. Ich löste die Verstopfung mittels einer Saugglocke und schüttete zur Sicherheit alle Reste von einigen flüssigen Rohrreinigern hinterher.
Dass man nicht unterschiedliche Reiniger zeitgleich verwenden darf, ist mir bekannt, offensichtlich war ich jedoch zu diesem Zeitpunkt schon so besoffen und habe dies schlichtweg vergessen.

Jedenfalls bin ich nach ca. einer Stunde wieder ins Badezimmer gegangen um den Reiniger wegzuspülen. Schon beim Betreten sind mir die Beine weggeknickt und ich bemerkte einen stechenden Geruch. Unter größter Kraftanstrengung konnte ich das Fenster öffnen und kroch auf allen vieren aus dem Zimmer und rief mir sofort einen Rettungswagen.
Im Krankenhaus angekommen teilte mir die diensthabende Ärztin mit, dass ich eine Chlorgasvergiftung erlitten habe. Hätte ich noch drei oder vier Atemzüge gemacht, wäre ich jetzt sicherlich tot, so meinte sie.

Ich fühlte mich wegen der Vergiftung miserable und dachte, warum bist du nicht im Badezimmer liegen geblieben und einfach gestorben. Dann wäre mir das ganze zukünftige Elend in meinem Leben erspart geblieben. Noch im Krankenhaus fasste ich den Entschluss, mich am 14.06.2016 umzubringen, da an diesem Tag der erste Anwaltstermin hinsichtlich der anstehenden Scheidung stattfand.
Am nächsten Tag wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und wurde noch drei Tage krankgeschrieben. Diese Zeit nutze ich um meinen Suizid perfekt zu planen und suchte mir unter anderem einen schönen Platz zum Sterben in einem Waldgebiet. Keinem meiner Familienangehörigen und Arbeitskollegen erwähnte ich meinen Plan auch nur andeutungsweise.

Der Tag X

Wie üblich fuhr ich am 14.06.2016 mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und trat meinen Dienst an. Glücklicherweise fand an diesem Tag ein „Betriebsausflug“ meiner Dienststelle statt und es war nur eine Notbesetzung vor Ort.
Ich bearbeitete zuerst noch einige Kleinigkeiten und setzte mich anschließend an die Erstellung meines Abschiedsbriefes. Auch einen Lageplan mit meinem Sterbeort musste ich noch fertigen, so dass man meinen Körper finden konnte.

Tja, trotz dass ich mir in den letzten Tagen schon sehr viele Gedanken über meine letzten Zeilen gemacht habe, fällt einem doch immer noch das ein oder andere ein, was man der Nachwelt mitteilen möchte. Das ist nun mal die letzte Gelegenheit hierzu.
Die Stunden vergingen wie im Flug und nebenbei erfuhr ich aus dem Radio, dass an diesem heutigen Tag mit Gewittern zu rechnen ist.

Als ich dann endlich fast fertig war und bislang schon vier Seiten in Schriftgröße Arial 10 zu Papier gebracht hatte zog ein Gewitter auf, der Himmel öffnete seine Pforten und es regnete wie zu Zeiten der Sintflut.

Ich legte meinen Abschiedsbrief nebst dem Lageplan deutlich sichtbar auf meinen Arbeitsplatz und verließ mein Büro. Unten auf der Straße konnte ich feststellen, dass die Fahrbahnen bereits unter Wasser standen und der Verkehr komplett zum Erliegen gekommen ist. Die Wassermaßen drückten die Gullydeckel hoch; alles war eine riesige Wasserfläche.
So etwas hatte ich hier noch nie erlebt bzw. davon gehört. Schnell bin ich in zur nächste S-Bahn Station gerannt und musste feststellen, dass die Station unter Wasser stand und keine Züge fuhren.

Wenn man über eine Woche seinen Tag des Abgangs minuziös plant und dann einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, wird man richtig sauer und verflucht alles und jeden. Zum Glück war aber auf das Wasserhäuschen an der angrenzenden S-Bahn Station Verlass. Trotz ca. 30 Zentimeter Wasser im Verkaufsraum hatte der Laden geöffnet und so holte ich mir erstmal ein paar Büchsen Bier und ging zurück in mein Büro.

Die ganze Anspannung der letzten Tage und dieses Wetterphänomen machten mir sehr zu schaffen. Ich wollte aber keinesfalls meinen Suizid auf einen anderen Tag verschieben oder mich mit meiner Waffe im Stadtgebiet erschießen. Hier ist die Gefahr einfach zu groß, dass meine Pistole nach dem Selbstmord von Dritten an sich genommen und damit irgendein Blödsinn gemacht wird.
Ich musste die ganze Geschichte einfach hinter mich bringen. Mein Waldstück konnte ich momentan nicht erreichen, da entschloss ich mich, mir einfach in meinem Büro die Kugel zu geben.

Durch diese ungeplante Änderung habe ich dann doch etwas getan, was ich keinesfalls vorhatte; ich rief meine Frau an und teilte ihr mit, dass ich den heutigen Termin beim Anwalt nicht wahrnehmen würde. Sie war hierüber sehr verärgert und ich machte einen weiteren Fehler, in dem ich ihr meinen Abschiedsbrief per Mail sendete.
Die Nerven gingen mit mir durch und das alles nur wegen dieses Scheiß-Wetters.
Ich wusste, dass ich nicht lange Zeit haben würde bis das hiesige SEK bei mir vor der Tür stehen würde. Kurzentschlossen schob ich zwei riesige Schränke voller Akten vor meine Bürotür, kappte meinen Internet- und Telefonanschluss und machte das Handy aus.
Jetzt blieb mir noch schätzungsweise eine halbe Stunde bis die Kollegen anrücken und ich noch ein paar Bier trinken konnte.
In dieser Verfassung hat man kein Zeitgefühl mehr…..irgendwann hörte ich das jemand das Fenster des Nachbarbüros öffnete. Ich setzte mir meine Pistole auf die Brust, genau dort wo das Herz sitzt und drückte ab.

Die quälende Ungewissheit

Bereits im Vorfeld macht man sich natürlich Gedanken, wohin die Reise nach dem Tod geht.
Sitzt man entweder auf einer Wolke und spielt Harfe oder befindet man sich eine Etage tiefer im Höllenfeuer. Als Atheist war ich damals aber der Ansicht, dass es nach dem Tod nichts gab und das Dasein einfach endete.

Kurz bevor ich damals abrückte setzte ich mich in meinen Bürostuhl, schloss die Augen und hörte auch den Knall des Schusses. Ich öffnete die Augen und musste feststellen, dass ich mich immer noch im meinem Büro befand und auch die Waffe noch in meiner Hand hielt. Ich stand auf und sah dass die Kugel die Rückenlehne meines Bürostuhles durchschlagen hatte und anschließend in die Betonmauer der angrenzenden Waffenkammer eingedrungen war. Erst dann bemerkte ich das Blut an meinem T-Shirt. Ich schob mein Shirt nach oben und entdeckte eine stark blutende Wunde kurz oberhalb meiner linken Brustwarze.

Noch etwas Weiteres geschah in diesem Moment, wobei ich mich an diese „wunderbare“ Begegnung aber erst nach fast zwei Jahren -nach diesem Augenblick- erinnern konnte. Hierzu jedoch später mehr.

Es hatte demnach alles funktioniert, die Kugel hatte meinen Brustkorb durchschlagen und ich musste tot sein…so glaubte ich. In diesem Moment war ich aber total enttäuscht und richtig wütend.

Weil die Welt in der ich lebte einfach unerträglich für mich war, habe ich den Freitod gewählt und jetzt dies…… geht diese ganze Scheiße einfach weiter. Keine Erlösung oder eine neue bessere Welt in der ich als Toter existieren kann.
Ich musste ja gestorben sein, sonst hätten die Kollegen mein Büro schon gestürmt, aber sicher war ich mir nicht. Mit viel Mühe schob ich daher die beiden Aktenschränke vor meiner Bürotür zur Seite, öffnete die Tür und ging auf den Flur hinaus. Alles war Menschenleer und kein Geräusch war zu hören. Plötzlich war ich sehr müde und ging wieder in mein Büro um mich auszuruhen und über die neue Situation nachzudenken. Kurz nachdem ich mich wieder gesetzt hatte und die Augen schloss war plötzlich mein ganzes Büro voller Polizeibeamte, ich wurde zu Boden gerissen, fixiert und durchsucht. Gleich darauf kam der Notarzt ins Büro und führte die Erstversorgung durch.
Da wusste ich, dass ich noch lebte und verlor das Bewusstsein.

Der harte Neubeginn

Zwar kann ich mich noch an meinen Aufenthalt im OP-Saal bruchstückhaft erinnern, so richtig zu Sinnen kam ich aber erst am nächsten Tag wieder. Ich lag auf der Intensivstation, war mit Handfesseln am Bett gefesselt und neben mir saß ein Polizeibeamter als „Aufsicht“.
Die diensthabenden Ärzte erklärten mir, dass ich sehr viel Glück gehabt hätte und sprachen gar von einem Wunder. Zwischen Herz und Lunge gibt es einen Bereich von 2 bis 3 Zentimeter, genau in dieser kleinen Stelle hat die Kugel meinen Oberkörper durchschlagen. Da ich schräg schoss, hat mir die Kugel noch vier Rippen zertrümmert, bevor sie meinen Körper wieder verließ.
Durch die Wucht des Geschosses hatte jedoch meine Lunge eine „Prellung“ abbekommen und ich hatte Wasser im betroffenen Lungenflügel.

Einige Zeit danach erhielt ich Besuch von meinem Bruder und meiner Mutter. Die Betroffenheit war allen ins Gesicht geschrieben. Ich hatte zwar den Mut gehabt diesen Suizid durchzuziehen, aber was ich all meinen Geliebten damit angetan hatte, darauf war ich so nicht vorbereitet gewesen.
Auch meine Ehefrau besuchte mich anschließend. Mein Sohn durfte aufgrund seines Alters jedoch die Intensivstation nicht betreten.
Jedenfalls versprach ich allen, so einen Mist nie mehr zu machen. Auch erklärte mir meine Frau, dass sie mich nicht mehr sehen wollte. Einen Kontakt zu meinem Sohn könnte ich jedoch jederzeit haben.

Wie das bei Suizidpatienten nun mal so ist, wurde ich nach einigen Tagen von der Intensivstation in die geschlossene Psychiatrie verlegt. Aufgrund meiner Tat hatte ich die zweifelhafte Ehre im „Spiegelzimmer“ direkt neben dem „Schwesternzimmer“ untergebracht zu werden. Hierbei besteht die Trennwand zwischen Patientenbereich und dem Stationsbüro aus einer massiven Spiegelwand, welche jederzeit den freien Blick zum Patienten ermöglicht. Wie in den Verhörräumen guter US-Krimis halt….
Über meine dortigen Eindrücke und Erfahrungen werde ich mich kurz fassen, da dieser mehrwöchige Aufenthalt wirklich interessant, zugleich aber sehr unangenehm war und ein ausführlicher Bericht hier den Rahmen sprengen würde.

Im Gegensatz zu anderen Stationen in einem Krankenhaus prahlen hier die Patienten nicht untereinander wie krank sie doch sind und was sie alles schon an Wehwehchen, Operationen und Unfällen gehabt haben. In der Geschlossenen fühlen sich über 90% der Insassen gesund und wissen gar nicht, weshalb sie dort sind.
Die ärztliche Hilfe beschränkt sich fast ausschließlich mit dem Verabreichen von Medikamenten, wobei viele Patienten wirklich locker ein Dutzend Tabletten mehrmals zeitgleich unter Aufsicht einnehmen müssen.
Wenn man nicht in der Lage ist diesen ganzen Mist der Pharmaindustrie schnellstmöglich wieder aus dem Körper herauszubekommen, läufst Du dort nur als Zombie rum.
Jedenfalls hatte ich kein Interesse meine Alkoholsucht gegen eine Tablettensucht einzutauschen und handelte entsprechend. Ich versuchte noch in der Geschlossenen Händeringend telefonisch einen Psychologen für mich zu finden.

Überall wo ich anrief waren die Terminkalender für das nächste ¾ Jahr schon voll, oder man behandelte nur Suizidpatienten, welche zwar mit einem solchen Gedanken spielten, diese aber bisher nie umsetzten. Letztendlich fand ich durch Zufall einen Psychologen in einer Suchtberatungsstelle, welcher sich meiner annahm. Ohne diesen Menschen hätte ich noch mehrere Monate in der Geschlossenen verbracht. Sobald man eine Anlaufstelle/Psychologen in der freien Welt gefunden hat, wird man in der Regel entlassen, weil ständig neue Verrückte eingeliefert werden und die Räumlichkeiten nun mal begrenzt sind.

Der Feind schlägt erneut unerbittlich zu

Nachdem der Termin für meine Entlassung aus der Psychiatrie feststand, teilte ich dies selbstverständlich meinem Sohn mit. Meine Frau und mein Sohn fuhren daraufhin kurzfristig in Urlaub, so dass ich eine Woche Zeit hatte, meine letzten Habseligkeiten aus der alten Wohnung zu räumen.

Ich fing schon am ersten Tag an die zahlreichen Schränke nach meinen persönlichen Dingen zu durchsuchen. Bedingt durch meine Verletzung war ich noch sehr gehandicapt und mir fiel die Bibel meines Sohnes sprichwörtlich vor die Füße. Da ich außer mein Leben eh schon alles verloren hatte und meine Angehörigen an meiner Tat wirklich schwer zu tragen hatten, nahm ich die Bibel auf und legte sie neben mein Bett. Am Abend lass ich einige Seite in dem Büchlein und betete das erste Mal zu Gott. Allerdings betete ich nicht für mich, sondern für meinen Sohn, meine Frau, meine Mutter usw. und bat Gott, dass er ihnen in dieser schweren Zeit beisteht.

Auch am zweiten Abend lass ich wieder in der Bibel und betete zu Gott.
Als ich am dritten Tag aufwachte zitterten meine beiden Hände extrem. Über den ganzen Tag hinweg ging das Zittern nicht weg. Ich war nicht in der Lage einen Überweisungsträger für die Bank auszufüllen und wegen meines Suizids auch geistig noch angeschlagen; dass Zittern ließ mich total verzweifeln. Entzugserscheinungen wegen des Alkohols schieden aus, da ich ja schon seit einigen Wochen trocken war. Also betete ich auch am dritten Abend zu Gott und lass in seinem Büchlein. Wieder ohne für mich zu beten….

Am vierten Tag war das Zittern sogar noch stärker geworden und ich wusste auch, wer für diese Misere verantwortlich war: Gott!!
Erst lässt mich dieser Sack nicht sterben, dann lese ich sogar in seiner langweiligen Schwarte und bete zu ihm und als Dank lässt er meine Hände zittern. Was für ein Arsch muss Gott doch sein, dachte ich damals. Ich hatte für meine Familie gebetet und nicht für mich.

Jedenfalls wollte ich in diesem Zustand meinem Sohn oder meiner Mutter nicht unter die Augen treten. Auch hatte ich Angst wieder in die Geschlossene zu kommen. Folglich entschloss ich mich einen zweiten Suizid-Anlauf zu starten. Diesmal würde mir Gott nicht in die Parade fahren.
Bevor ich jedoch starb, wollte ich wissen, warum Gott so ein hinterhältiges Arschloch ist. Durch Zufall entdeckte ich an der Pinnwand meiner Frau einen kleinen Flyer des Christlichen Heilungs-Zentrums in Hanau. Ich wollte einfach nur einen Pfaffen oder Priester fragen, warum Gott so ungerecht ist und mich seinen ganzen Zorn spüren lässt.
Nach einem kurzen Telefonat mit dem Christlichen Heilungszentrums teilte mir der dortige Mitarbeiter mit, dass ich gleich am nächsten Tag kommen könnte.

Die unerwartete Wendung

Auch am fünften Tag, es war der 03.08.2016, war das starke Zittern noch vorhanden und sogleich bereitete ich alles für meinen anstehenden Suizid vor. Letztendlich hatte ich in diesem Fall einen Sündenbock gefunden, welchem ich die ganze Situation in die Schuhe schieben konnte.

Im Christlichen Heilungszentrum angekommen wurde ich schon von zwei Herren erwartet. Ich schilderte meine Erlebnisse der letzten Zeit und wollte auf meine Frage, warum Gott so gnadenlos ist, eine Antwort erfahren. Dass ich mir nach diesem Termin das Leben nehmen würde, teilte ich meinen Gesprächspartnern selbstverständlich nicht mit.

Das Gespräch zog sich wie eine Endlosschleife bzw. drehte sich ständig nur im Kreis. Schon nach wenigen Minuten unterbreiteten mir die Herrschaften das Angebot, mir die Hände aufzulegen um für mich zu beten. Da ich mit meiner Beterei der letzten Tage nur negative Erfahrungen gemacht hatte, lehnte ich dankend das Angebot ab. Ich wollte nur eine Antwort auf meine Frage haben; schließlich bin ich nicht wegen Gebet oder Beichte herkommen. Solche lächerlichen Handlungen lehnte ich strikt ab.
Nach bestimmt einer Stunde und zahlreichen Gebetsangeboten der CHZ-Mitarbeiter hatte ich noch immer keine Antwort auf meine Frage gefunden. Allerdings war mein innerer Hass gegen Gott gemildert und meine gesamte Verfassung deutlich besser. Ich wollte mein Ding jetzt so schnell wie möglich hinter mich bringen. Da die Leute des CHZ trotz der unbefriedigenden Beantwortung meiner Frage sehr nett waren und ich die Beiden nicht vor den Kopf stoßen oder enttäuschen wollte, stimmte ich letztendlich einem Gebet für mich zu.

Die beiden Herren legten mir die Hände auf und beteten für mich. Ich schloss die Augen und dachte zunächst nur an meinen anstehenden Freitod; plötzlich verflüchtigten sich meine negativen Gedanken und es war nur noch Leere da. Um meinen damaligen Zustand in diesem Moment zu beschreiben, dafür gibt es einfach keine Worte. Auch kann ich mich an keine Details des Gebetes erinnern. Sorry….

Nach dem Gebet öffnete ich die Augen und sah, dass meine Hände nicht mehr zitterten. Ich war total fassungslos; mir fehlten einfach die Worte. Das konnte einfach nicht sein, dass mit dem Händeauflegen und ein paar frommen Sprüchen das Zittern weg ist.
Ich war einfach nur total überwältigt und wie berauscht. Noch bevor ich das soeben erlebte richtig verarbeiten konnte, boten mir die beiden Herren an, ein Übergabegebet nachzusprechen. Sofort willigte ich ein und übergab Jesus Christus mein Leben.
Die Beiden konnten nicht ahnen, dass Gott gerade in letzter Minute einen Suizid verhindert und ein Menschenleben gerettet hatte. Da das Zittern nicht mehr vorhanden war, hatte sich folglich auch mein geplanter Freitod erledigt.

Schnell verabschiedete ich mich bei den beiden CHZ-Mitarbeitern und fuhr nach Hause. Meine gesamte Gefühlwelt fuhr Achterbahn.

Das neue Leben

Wenige Wochen nach meiner Heilung ließ ich mich am 18.09.2016 im Christlichen Heilungszentrum taufen, gehe seither meinen Weg mit Jesus Christus und bin seitdem fester Bestandteil des CHZ.
Seit über einem Jahr bete ich jetzt auch schon für Kranke und Gott hat durch mich und meine Frau schon zahlreiche Kranke geheilt.

Seit Weihnachten 2017 wohne ich wieder mit meiner Ehefrau und meinen Sohn zusammen. Auch hat mich mein Dienstherr nicht entlassen oder in Ruhestand geschickt, sondern mich auf einen ruhigen Posten versetzt.

Zwischenzeitlich hat das CHZ Hanau auch schon eine Gemeinde gegründet und führt wie auch schon vor meiner Zeit Lehrgänge zu diversen Themen durch, wobei der Schwerpunkt selbstverständlich auf Heilung liegt.

Über eine Erfahrung möchte ich Euch aber noch informieren:
Im Rahmen unseres gemütlichen Beisammenseins im CHZ schauen wir uns auch immer mal interessante Videos aus dem Weltnetz an. Wie sicherlich allen bekannt, ist die Auswahl an Videos schier unendlich. Jedenfalls hatten wir uns im Sommer 2018 einen kurzen Ausschnitt von einem Erlebnisbericht einer gewissen Kat Kerr angeschaut. Das ganze Filmchen dauerte über zwei Stunden, wie aber schon erwähnt schnupperten wir einfach nur wenige Minuten mal kurz rein.
Kat Kerr hat übrigens die besondere Gabe, geistig direkt in das Himmelreich Gottes zu reisen und berichtet über die dortigen Verhältnisse. Sie fungiert quasi als eine Reporterin für uns Menschen.
In dieser kurzen Frequenz welche wir uns damals anschauten, erwähnte sie Geschenke, welche im Himmelreich aufbewahrt werden, um diese von Engeln bei besonderen Gelegenheiten in unsere menschliche Welt zu bringen. Sie beschrieb diese Geschenke als bunte, leuchtende Pakete.

In diesem Moment konnte ich mich wieder an ein Detail kurz nach meiner versuchten Selbsttötung erinnern. Nachdem die Kugel durch meinen Oberkörper drang, stand ich auf und bemerkte einen menschlichen Umriss welcher mir ein Geschenk entgegenhielt, welches in allen Farben des Regenbogens schimmerte. Ich bin daraufhin einfach durch das Geschenk und die Gestalt hindurchgegangen.
Dass ich mich an diesen Moment jetzt aufgrund des o.g. Videos wieder erinnern konnte, machte mich so glücklich dass mir die Tränen liefen. Was ein Hammer, wie groß ist die Möglichkeit aus all den existierenden Videos eines herauszusuchen und genau die richtige Sequenz zu finden, um meine damaligen Erinnerungen zu aktivieren.

Ich hatte zwar schon immer ein sonderbares Gefühl gehabt, dass damals in meinem Büro etwas Besonderes passiert ist, welches wohl merkwürdig war. Darüber habe ich aber niemals mit irgendjemand gesprochen oder etwaige Andeutungen gemacht. Jetzt weiß ich, dass ich damals einen Engel gesehen hatte und das Geschenk Gottes für mein neues Leben entgegennahm.

Das Beste kommt zum Schluss

Seitdem ich mein Leben mit Jesus gehe hat sich mein gesamter Lebensinhalt um 180 Grad gedreht. Dinge welche damals für mich einen hohen Stellenwert hatten sind nunmehr bedeutungslos. Ich beschäftige mich jetzt mit den positiven Geschenken des Lebens und blicke nur noch nach vorne.

Jesus Christus hält seine Hand immer ausgestreckt….Du musst nur zugreifen.
Jammert nicht, bemitleidet Euch nicht und schmeißt die Flinte nicht ins Korn. Gott ist zwar allmächtig, Du musst jedoch den Mut haben, den ersten entscheidenden Schritt zu tun und Jesus in Dein Herz lassen.
Auch für scheinbar ausweglose Situationen gibt es immer Hoffnung.

In diesem Sinne…..die Apostelgeschichte hat niemals aufgehört. Der Auftrag von Jesus Christus ist auch nach zweitausend Jahren noch so aktuell wie am ersten Tag. Lasst uns Kranke heilen, Aussätzige reinigen, Dämonen austreiben und Tote auferwecken.

Gott segne Euch!

In tiefer Dankbarkeit
Alexander, Hanau, Nov. 2020

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